SF1
SF1 Fr. 09.11.
Doku

Der unsichtbare Feind

Davout Aslanorlu schwebt in Todesgefahr wegen multiresistenten Keimen: Seit Wochen liegt er mit einer Blutvergiftung auf der Intensivstation. SRF
Wasserprobe neben einer Pharmafabrik in Indien: Wenn Antibiotika in die Umwelt gelangen, entstehen antibiotika-resistente Supererreger SRF
Infektiologe Rein Jan Piso: «Die grosse Gefahr ist, dass unsere Patienten an Entzündungen sterben, die wir für längst besiegt hielten.» SRF
Der Hauptfluss in Indien, eine Kloake: Abwässer aus der Pharmaindustrie vermischen sich mit kommunalen Abwässern SRF

Tödliche Supererreger aus Pharmafabriken

Dokumentation D 2018, 55′

Kurzbeschreibung

Neue, multiresistente Keime auf dem Vormarsch: In der Schweiz hat sich ihre Zahl innert drei Jahren verdoppelt. Die Supererreger stammen aus Asien und sind gegen fast alle Antibiotika resistent. «DOK» zeigt, wie internationale Pharmakonzerne dazu beitragen, dass die gefährlichen Keime entstehen.

Inhalt

Weltweit warnen Ärzte und Politiker vor einer sich abzeichnenden Katastrophe. Multiresistente Erreger sind die derzeit grösste Gefahr für die moderne Medizin. Sie werden immer resistenter gegen Antibiotika. «Die grosse Gefahr ist, dass unsere Patienten an Entzündungen sterben, die wir für längst besiegt hielten», sagt Rein Jan Piso, leitender Infektiologe am Kantonsspital Olten. Weltweit sterben heute schon hunderttausende Menschen jährlich durch multiresistente Erreger. Ausgerechnet die Hersteller der lebenswichtigen Antibiotika tragen dazu bei, dass sich extrem resistente Keime entwickeln und verbreiten. Pharmakonzerne sind also mitverantwortlich, dass ihre eigenen Mittel nicht mehr wirken. Die Spur der Superkeime führt nach Indien. In Hyderabad wird ein Grossteil der weltweit produzierten Medikamente hergestellt. Die Abwasserreinigung der indischen Pharmafirmen aber ist ungenügend. «DOK» zeigt, dass Rückstände von Antibiotika in die Umwelt gelangen und damit beitragen, dass Supererreger entstehen. Die gefährlichen Keime verbreiten sich rund um den Globus, durch Waren und Menschen. Schweizer Biologinnen haben einen Supererreger aus Indien erstmals vor zwei Jahren im Rhein gefunden: «Wir waren schockiert», sagt Claudia Bagutti vom Kantonslabor Basel. «Wir hätten nicht gedacht, dass dieser hoch resistente Keim auch in der Schweiz verbreitet ist.». Je mehr Superkeime in der Umwelt sind, desto grösser die Gefahr, dass man sie aufliest und im Darm trägt. Für gesunde Menschen kein Problem, bei abwehrgeschwächten Menschen aber können Superkeime lebensgefährliche Entzündungen auslösen. Auch die Schweizer Pharmakonzerne Novartis und Roche beziehen Wirkstoffe für Antibiotika in Indien. Können Sie garantieren, dass ihre Medikamente sauber produziert werden? Welche Lösungen gibt es für dieses lebensbedrohliche Problem? «DOK» hat mit Forschern in Indien und in der Schweiz gesprochen.

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